Canyoning: Almbachklamm

"Jump Start", so nennt das Adventure Center Flachau (ACF), ein österreichischer Action/Abenteuer/Outdoor-Anbieter im jenseits der Wintersaison völlig verschlafenen Nest Flachau (südlich von Bischofshofen im Pongau / oberen Enns-Tal), seine leichteste Canyoningtour.

Kurzinfo
Canyoning Almbachklamm, Großraum Salzburg, Wieslochstausee, Österreich. - Tourdatum: Juni 2009.
Veranstalter: Adventure Center Flachau, www.acf.co.at

Nachdem wir mit der passenden Ausrüstung ausgestattet sind, geht es im ACF-Bus zur Einstiegsstelle in die Almbachklamm. "Wir" heißt dabei, dass die Gruppe übersichtlich klein ist: Zwei Guides von ACF und ich. Vor uns startet noch eine Gruppe eines anderen Anbieters auf dem gleichen Weg durch die Schlucht unterhalb des österreichisches Wieslochstausees.

Nachdem wir über eine Leitplanke im Wald verschwunden sind, geht es einen schmalen und steilen Trampelpfad über Baumwurzeln abwärts in die Schlucht. Angekommen, offenbart sich ein unglaublicher Einblick in einem Abschnitt Natur, den die meisten Wanderer so nie zu Gesicht bekommen werden. Dafür zwängen die sich aber auch nicht in dicke Schichten Neopren...

In der Schlucht

Schichtweise türmt sich das Gestein zu beiden Seiten einer von unserem Standpunkt nun noch etwa zehn Meter tiefen Schlucht auf. In der Mitte liegt ein türkisgrünes Band ruhiges Wassers. Entlang des Schluchtrandes gehen wir vorsichtig immer weiter hinab, bis wir einen Gumpen erreichen, der etwa zwei Meter unterhalb des Schluchtrandes liegt. Nicht lange nachdenken, ein großer Schritt vorwärts - Sprung. Schon sind wir im kalten Gebirgswasser des Almbachs.

Der Weg durch die Schlucht ist zunächst einen Kilometer lang: Immer wieder wechseln kleinere Sprünge mit Schwimmstrecken im Wasser, klettern über hüfthohe Felsbrocken und leichtere Wegstrecken über kleinere Gesteinsbrocken ab. Zwischendurch fließt ein Rinnsal über einen Felsvorsprung und bildet eine gut fünf Meter hohe, steile Naturrutsche, über die es in einen weiteren Gumpen geht. Durch unsere dicken Anzüge wird es auch im nur wenige einstellige Grade warmen Wasser nie kalt.

Der Abgrund

Dann kommen wir zu einem Highlight: Einem acht Meter tiefen Vorsprung. Unser Guide kennt drei Wege an diesem Hindernis vorbei: Auf den ersten, den mutigsten, verzichte ich: Es ist ein Sprung aus acht Metern Höhe in einen Naturpool. Der zweite ist sehr kniffelig: Erst geht es über zwei kleine Pools am Rande etwas abwärts, dann kann man die restlichen fünf bis sechs Meter über eine Naturrutsche überwinden. Der Ausweg aus dem Pool verlangt jedoch, hinterher durch einen rund drei Meter tiefen Torbogen hindurch tauchen. Also wählen wir den dritten Weg: Ein schmaler Trampelpfad am Rande des Abgrundes führt ebenfalls nach unten. Die Adrenalindosis kann man hier frei wählen.

Zwei Wege

Ist der erste Kilometer überwunden, so kann man über einen steilen Pfad aus der Klamm aussteigen und die Tour beenden, oder noch rund 800 Meter weiter kraxeln. Auf diesem zweiten Abschnitt gibt es keine großen Sprünge mehr, dafür eine schweißtreibende Kletterei durch ein wahres Labyrinth von Felsen. Kurz vor dem Ende der Wegstrecke ist dann noch einmal ein längerer Abschnitt zu durchschwimmen.

Wir stehen vor dem Ausstieg, doch uns trennt nur noch ein Zufluss zum Almbach vom Parkplatz: Ein Kraftwerk, dass das oberhalb aufgestaute Wasser nutzt, gibt hier das nicht mehr benötigte Nass in die Natur zurück. Mit einem kräftigen Schwall schießt das Wasser in den Fluss. So meint der Guide: Nur noch da durch schwimmen und schon hätten wir es geschafft. Für einem Moment denke ich: Der will nur Scherze machen. Aber nein. Tatsächlich gilt es, wie beim Wildwasserschwimmen, durch den Schwall ins gegenüberliegende Kehrwasser zu kraulen und dann den Ausstieg zu erreichen.

Ein unglaubliches Erlebnis, dass zum einen die Natur in einer ungekannten Intensität zeigt, aber auch gute Anhaltspunkte dafür liefert, wo die eigenen Grenzen liegen. Eine Klamm, die vom Charakter her so gar nicht mit der Begehung der mittleren Rosengartenschlucht in Imst oder dem Wasserfallhüpfen in der Dominikanischen Republik zu vergleichen ist. Sie wirkte auf mich deutlich anspruchsvoller.

Wohlgemerkt: Die Almbachklamm gilt als Einstiegstour unter den Canyoning-Touren. Schwerere Strecken können höhere Sprünge, Abseilpassagen, längeren Schwimmstrecken, Klettereinlagen und ähnliches, immer im schwer zugänglichen Gelände, haben. Pflichtpassagen, bei denen es dann keine Auswahlmöglichkeiten mehr gibt, gehören auch dazu.

Die Bilder zu dieser Tour zeigen schon allein wegen der Gruppengröße hauptsächlich die Klamm als solches und weniger die actionreichen Passagen.


 

Almbachklamm
 
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