Paddeln und Cachen auf der Fuhse

Pling. Kennt Ihr das Geräusch? Es scheppert bei mir regelmässig aus den Boxen meines PC, wenn mal wieder eine neue Mail eingetroffen ist. Was haben wir denn da?

Von: Geocaching
Betreff: [GEO]
Notify: Kiepker published KTC01 (Traditional Cache)
For GC3VXH1: KTC01 (Traditional Cache)
Location: Niedersachsen, Germany 29.9km E
Visit this log entry at the below address: […]

Pling! Pling! Pling! Nanu, was ist da los? Gleich zwanzig neue Mails.

Paddeln und Cachen auf der Fuhse

Auf diese Weise kündigen sich bei mir im Postfach neu versteckte Geocaches an. Doch was ist das für ein Mengenalarm? Die Lösung offenbart sich schnell: Da hat jemand gleich zwanzig dieser „Schätze“ versteckt.

Das ungewöhnliche: Sie sind nur mit einem Boot auffindbar. Für viele Geocacher eine besondere Herausforderung. Für einen Vereinspaddler natürlich nicht. Die Gegend ist leicht lokalisiert: Entlang der Fuhse von Dollbergen nach Uetze liegen die Verstecke.

Die Fuhse: Ein Wiesenfluss, oberhalb von Uetze ähnlich wildromatisch wie der Bruchgraben, nur durch ein meist fahrbares Wehr und zwei Sohlgleiten aufgelockert, gehört eigentlich zu unseren Standardstrecken im April. Im zeitigen Frühjahr beim richtigen Wasserstand ganz nett, einmal im Jahr aber auch ausreichend, um den Bedarf an begradigten Wiesenbächen zu decken. Und jetzt das. Es ist klar, da müssen wir noch mal hin. cosylight, paddelnixe und fish37 sind informiert, gemeinsam stellen wir Mitte Oktober zunächst ein Auto in Uetze ab und fahren weiter zum Einstieg.

Nebel wabbert früh morgens über die Wiesen, doch trotz Bedingungen, die nur verrückte Vereinspaddler ins Boot locken, ist am Einstieg schon was los. Geocacher sind mindestens genauso verrückt. Einer bereitet seinen Canadier vor, der nächste baut sein Ally-Faltboot auf, fehlt eigentlich nur noch das obligatorische Schlauchboot. Wir sind da mit unseren PE-Einern besser gerüstet, denn der Wasserstand ist sehr niedrig.

Dank der routinemäßigen Logistik sind wir dann auch als erste Gruppe unterwegs und begeben uns auf „Schatzsuche“. Insgesamt 19 Caches gibt es in unterschiedlichen Verstecken zu suchen: Unter Brücken, an Bäumen, im Gebüsch, hinter Spundwänden u.s.w. Die Strecke ist nur elf Kilometer lang, unsere kleine Nebenbeschäftigung neben dem Paddeln führt aber dazu, dass wir über vier Stunden unterwegs sind. So ein Durchschnittstempo hatte ich im PKH noch nie erlebt.

Alle Verstecke werden gefunden und eine abschließende Bonusaufgabe, die recht knifflig ausfällt, souverän gelöst. Unterwegs gab es noch etwas Besonderes: Ein kleines CITO-Event. CITO steht für „Cache In, Trash Out“ und meint sinngemäß, dass man beim Cachen doch bitte herumliegenden Müll einsammeln solle, um die Natur zu schonen. Das nehmen wir wörtlich: Eine alte Gießkanne wird aus der Fuhse geborgen und ziert nun den Garten eines Mitpaddlers, nachdem sie acht Kilometer auf dem Deck eines Kajaks mitreisen durfte.

Kommentareingabe einblenden