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Dressel Divers, Bayahibe, Dominikanische Repblik

Punta Cana ist das wohl bekannteste Touristikgebiet der Dominikanischen Republik, im Osten der Insel gelegen. Die Hotels liegen alle zum Atlantik hin und bei meinem Urlaub im Jahr 2016 stellte ich fest, dass das Tauchen dort eher wenig interessant ist. Ganz anders war es, als es mit einem Tagesausflug in den Süden Richtung Catalina Island ging - ein interessantes und lohnendes Tauchrevier. Der nächste Tauchurlaub war damit schon fast fertig geplant. Für einige Tage ging es 2018 in den Süden der Dominikanischen Republik, in den kleinen Ort Bayahibe.

Dressel Divers Bayahibe

Bayahibe: Tauchen in der Karibik

In Bayahibe reihen sich weniger Touristenburgen am Strand entlang als in Punta Cana, doch einige große Resorts findet man dennoch vor Ort. Meist gehört eine eigene Tauchbasis eines Subunternehmens mit dazu. In einer dieser Anlagen, dem Iberostar Hacienda Dominicus, ist die Tauchbasis der Dressel Divers angesiedelt. Mit dieser Basis hatte ich zuvor akzeptable Erfahrungen in Mexiko gemacht, so dass die Wahl einfach war.

All die anderen üblichen Verdächtigen wie ScubaCaribe, ScubaAquatic, ProDive und wie sie heißen, sind natürlich hier auch in den Nachbarhotels zu finden.

Check-In

Dressel Divers International, die vor Ort (nur) auf der Rechnung den Namen Manta Divers S.R.L. haben, verraten nach wie vor anders als die Mitbewerber auf der Website keine Preise. Die muss man erst im Buchungscenter anfragen, erhält dafür aber eine umfassende Mail aus einem fertigen Textbaustein in der eigenen Sprache, der ausführlichst über das Angebot informiert. Hat man sich bereits im Vorfeld für ein Paket entschieden und dies per Mail mitgeteilt, wird ein (verschlüsseltes) Buchungs- und Zahlungsformular bereitgestellt. Die Online-Preise sind (ohne weiteres verhandeln) 20% günstiger als die Vor-Ort-Preise. Den Voucher gibt es dann per Mail.

In der Basis eingetroffen werden die üblichen Formalitäten schnell erledigt. Der Gesundheitscheck erfolgt per PADI-Formular, das Logbuch wird kurz durchgeblättert. Der mitgebrachte Voucher wird noch mal auf eine Rechnung umgeschrieben und das Papierkram ist dann erst mal durch.

Basisrundgang

Die Guides nehmen sich Zeit, die Basis zu zeigen und die Abläufe zu erklären. Dabei ist Dressel sehr international: Ein italienischer Guide mit deutschem Gast verständigt sich dann meist auf englisch in einem spanisch sprechenden Land. Geht doch. Es gibt einen recht feuchten Trockenraum für die eigene Ausrüstung (bei konstant hoher Luftfeuchtigkeit und nasser Ausrüstung nicht anders zu erwarten), die Möglichkeit, Kleinkram in einer nicht abschließbaren Box zu lagern und Aufhängemöglichkeiten für Anzüge und Jackets.

Vor dem Materialraum sind insgesamt drei Spülbecken. Das System ist eigentlich gut durchdacht und es ist mit Text und Fotoschildern angezeigt, was wo gereinigt werden soll, doch in der Praxis scheint das für einige Taucher bereits zu kompliziert zu sein. Doch das Wasser wurde ausreichend häufig gewechselt. Einen Kompressor habe ich direkt an den Räumlichkeiten der Basis nicht gesehen. Ob der irgendwo anders auf dem großen Hotelgelände stand oder man hier einen gemeinsamen Flaschenservice mit anderen Tauchbasen nutzt, war nicht herauszubekommen. Wichtig sind dabei sicher noch die Eckdaten: Getaucht wird mit 12l-Alu-Flaschen. Die meisten Flaschen haben einen DIN-Anschluß mit eingesetzten INT-Adapter, d.h. die Umrüstung auf DIN wird von der Basis schnell vorgenommen. Wer über ein Nitrox-Brevet verfügt, taucht "Nitrox for free", kann also ohne Aufpreis Nitrox bekommen. Vorbildlich.

Und natürlich: Tauchen

An jedem Tag werden mehrere Tauchausfahrten angeboten. Alle Touren finden mit dem Boot statt. Die Basis hat dazu im Gegensatz zu den anderen Tauchbasen einen eigenen Steg, an dem die Boote an- und ablegen. Die eigene Ausrüstung bringt man selbst zum Steg, die Flaschen werden von den Mitarbeitern bis zum Boot transportiert.

Morgens steht normalerweise ein Tauchziel zu einem etwas tiefer gelegenen Tauchplatz im Programm, zum Mittag hin führt die Ausfahrt zu einem Platz in mittlerere Tiefe. Gelegentlich wurden Ausfahrten als "Double-Tank" angeboten: Relativ kurzer Stopp an der Oberfläche mit Tauchplatzwechsel, neue Flasche, zweiter Tauchgang. Alternativ gab es mitunter auch die Möglichkeit, direkt nach dem ersten Tauchgang am Morgen einen zweiten Tauchgang am Vormittag und nicht erst nachmittags mitzumachen. Dazu ging es zwischen zwei Tauchgängen zur Basis zurück. Der zweite Tauchgang führte dann regelmässig in einen Flachwasserbereich um die 10-Meter-Marke.

Ein Zeitplan, der drei bis vier Ausfahrten am Tag erlaubt, wird von der Basis mit klaren Regeln zur Länge eines Tauchgangs realisiert. Für die tieferen Tauchgänge gilt zwingend die Beachtung der Nullzeitgrenze, Dekotauchgänge waren nicht zulässig. Computerpflicht war vorgegeben, wer keinen eigenen hatte, musste sich einen leihen. So sinnvoll das ist: Die Pflicht wurde auch dadurch erfüllt, wenn ein Computer pro Buddyteam vorhanden ist. Bei wechselnden Teams ist genau das natürlich keine wirkliche Option. Doch Taucher ohne Computer sind heute eher zur Ausnahme geworden.

Zu jedem Tauchgang gehört vorweg ein mehr oder weniger umfassendes Briefing. Wiederholt wurden jedesmal Zeichen und Auftauchregeln bis hin zum obligatorischen Sicherheitsstopp auf der 5 Meter-Linie, mitunter gab es auch zum Tauchplatz selbst ein paar Informationen, das war aber nicht durchgängig der Fall.

Viele Tauchgänge sind als Pick-Up angelegt, auch dann, wenn es nur wenig Strömung gibt und es kein klassischer Driftdive ist: Der Guide setzt seine Boje, es wird unter Einhaltung des Sicherheitsstopps aufgetaucht und das Boot sammelt die Gruppe ein. Ist das Boot relativ voll, werden auch mehrere Gruppen mit mehreren Guides gebildet. Dann kann es sein, dass man an der Oberfläche etwas warten muss, bis das Boot zum Einsammeln kommt, weil es vielleicht noch mit einer anderen Gruppe beschäftigt ist. Auf der anderen Seite ist das Tauchen so sehr bequem. Man taucht eben bis zum vereinbarten Restluftdruck am Riff entlang und braucht ein zurückschwimmen nicht einplanen. Daher wird auch erwartet, dass im Buddyteam eine Boje vorhanden ist. Für Tauchgänge im Meer sehe ich das aber ohnehin als Standardausrüstung an.

Ein besonderer Tauchgang führte in einen Nationalpark am Rande von Bayahibe, dort gibt es eine lohnenswerte Süßwasserhöhle. In einem separaten Beitrag bei den Tauchplatzbeschreibungen gehe ich auf diese Tour ein.

Fazit

Die Südseite der Dominikanischen Republik hat ganz klar das beste Tauchrevier der Insel. Der Service der Dressel Divers gab keinen Anlass zur Klage, er bewegte sich exakt in dem Rahmen, wie ich ihn schon von anderen Niederlassungen kannte.

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