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  • 2003 - Scuba Caribe, Mexiko, RIU Playacar

Scuba Caribe, Mexiko, RIU Playacar

Wer in die gelben Seiten ("yellow pages") von Playa del Carmen blickt, findet für Cancun, Cozumel und Playa del Carmen 92 eingetragene Tauchshops und -basen. Diese Zahl ist bei weitem nicht vollständig, zahllose Bretterbuden am Strand und Zweigstellen von großen Ketten sind noch hinzuzurechnen.

Scuba Caribe

Playacar ist ein nobles Hotel- und Villenviertel am Rande von Playa del Carmen, eine Autostunde von der Touristenhochburg Cancun entfernt. Meine Wahl fiel auf die im RIU-Hotelkomplex ansässige Basis Scuba Caribe. Dieser Anbieter zählt zu den Großanbietern mit Standorten in diversen Hotels.

Vor dem Tauchurlaub hatte ich mich über die Website der Basis sowie einer Mailanfrage über das Angebot informiert. Die Antwortzeit war nicht wirklich schnell, enthielt aber alles, was ich wissen wollte. Aufgrund der Preisgestaltung hatte ich dann noch ein Paket vorausgebucht und erhielt ebenfalls per eMail die Buchungsbestätigung (Voucher) zzgl. dem Versprechen eines Gratistauchgangs. Dazu später mehr.

Check In: Behördenkrams

Vor den Beginn der Tauchaktivitäten steht die übliche Check-In - Prozedur an. Es wurde kurz nach der vorhandenen Qualifikation gefragt, dann gab es einen Stapel Papiere: Anmeldung zu den Tauchsportaktivitäten, Einverständniserklärung zur Einhaltung der "Regel für das sichere Tauchen" (gemeint ist hierbei die strikte Beachtung der PADI-Standards), Haftungsfreizeichnung der Tauchbasis und Bestätigung über den Gesundheitszustand. Die Anzahl der bisherige Tauchgänge, die Ausbildungsstufe und Brevetierungsnummer des ausbildenden Verbandes wurden von mir die in Formulare eingetragen, die Nachweise interessierten die Basis genausowenig wie die Tauchtauglichkeitsuntersuchung. Wichtig war, dass die Formulare unterschrieben wurden.

Eine andere Plastikkarte schien bei der Anmeldung dann noch eine höhere Bedeutung zu haben als das Brevet: Die Kreditkarte. Nach dem Ausfüllen der Formulare legte ich die Webbuchung vor. Die Tauchgänge waren sofort in Bar oder per Kreditkarte zu zahlen. Der auf dem Internet-Buchungsbeleg ausgewiesene zusätzliche kostenlose Tauchgang wurde erst nach einer Diskussion akzeptiert.

Den auf vielen Basen üblichen Checktauchgang gibt es hier nicht. Eine Hinweistafel weißt lediglich darauf hin, dass die Tauchbasis empfehle, bei einer vorhergehenden Tauchpause von 12 oder mehr Monaten einen Scuba Review - Kurs zu buchen. Der Scuba Review - Kurs ist ein Auffrischungskurs auf Niveau des PADI OWD und geht im Schnelldurchgang alle Grundfertigkeiten durch.

Basisbetrieb

Die Mitarbeiter der Basis sprechen alle möglichen Sprachen, darunter auch ein paar Brocken deutsch. Die Verständigung gelingt mit einer kreativen Mischung zwischen englisch, spanisch und deutsch recht sicher.

Täglich werden vier Bootsausfahrten angeboten. Die erste Ausfahrt am Tag ist um 08:30 Uhr und grundsätzlich ein Tieftauchgang auf 25-30 Meter. Um 10:30 folgt ein Flachwassertauchgang ("Shallow Dive") zwischen 10-13 Metern, am Mittag um 13:30 findet die dritte Ausfahrt statt. Hier werden Tauchplätze mittlerer Tiefe (18-22 Meter) aufgesucht. Um 15:30 folgt mit der vierten Ausfahrt noch einmal ein flacher Platz. Grundsätzlich wird drei Mal in der Woche ein Nachttauchgang angeboten. Während der zwei Wochen meines Urlaubs fielen hier jedoch sämtliche Termine aus, da nicht genügend Teilnehmer (mindestens vier Taucher) zusammenkamen. Alle diese Tauchgänge werden als "local dives" bezeichnet. Die Plätze werden mit dem Schnellboot, welches direkt am Strand vor der Basis loslegt, innerhalb von 5 bis maximal 15 Minuten erreicht.

Auf Wunsch und je nach Teilnehmerzahl gibt es auch täglich Tauchausflüge in die Cenoten und nach Cozumel. In der Rubrik "Tauchplätze" habe ich dazu einen ausführlichen Bericht geschrieben.

Getaucht wird mit 12l - Aluflaschen. Die Flaschen sind alle mit INT-Ventilen ausgestattet. Adapter für DIN-Regler sollen vorhanden sein, sind aber absolute Mangelware. Besser selbst mitbringen.

Für die Ausrüstung steht ein sehr kleines Spülbecken zur Verfügung. Zum Trocknen kommt alles an ein paar Bügel, die an eine Haltestange am Strand aufgehängt werden. Hier gilt es etwas aufzupassen, sonst sind frisch gespülte Ausrüstungsteile schnell versandet. Die Basismitarbeiter hängen die Ausrüstung gegen Abend dann in den Ausrüstungsraum, etwas separiert von der Leihausrüstung. Für alle Sachen außer Anzug und Jacket gibt es eine Box, die ebenfalls im Equipmentraum aufgewahrt wird. Viel Platz ist in diesem Raum nicht. Gäste, die Ihre eigene Ausrüstung mitbringen, scheinen ohnehin eine Ausnahme darzustellen. Die meisten Taucher sind Amerikaner, die während Ihres Urlaubs mal drei bis vier "Fundives" machen und sich das nötige Equipment dann leihen. So war bei der Anmeldung durchaus etwas Erstaunen festzustellen, als ich sagte, dass ich außer den Gewichten und der Flasche nichts benötige und zusätzlich sogar noch mit Computer tauchen würde.

Local Dives

Kurz vor der Abfahrt des Bootes erfolgt ein Briefing, dann wird die Ausrüstung ausgegeben. Man zieht seinen Anzug an und schleppt das Gerödel auf das Boot, die Flasche wird von einem Mitarbeiter der Basis zum Boot gebracht.

Es war wiederholt zu sehen, dass hierbei Leih-Automaten durch den Sand geschleift wurden oder die Erste Stufe mitgespült wurde. Nach dem Tauchgang wurden Flaschen dann mal schnell über Bord ins Flachwasser geworfen... Kurzum: Besser selbst das eigene Zeug mitbringen. 30 Kilo Tauchgepäck sind bei LTU und Condor frei.

Das Briefing beschränkt sich regelmäßig darauf, die Tauchregeln und -zeichen durchzusprechen. Es wird auch dann als Pflichtteil wiederholt, wenn man mehrere Tauchgänge in Folge macht. Gepflegtes (unauffälliges) weghören ist zwar nicht höflich, macht es aber erträglicher, denn die wichtigste Information in einem Briefing, Angaben zum Tauchplatz, gibt es nicht. Auf Anfrage kann man schön gezeichnete Riffkarten einsehen. Warum diese nicht eingesetzt werden, ist für mich unverständlich.

Alle Tauchgänge sind geführte Tauchgänge, d.h. es wird immer dem Guide hinterhergetaucht. Eigenverantwortliches Tauchen ist hier nicht üblich. Glücklicherweise bleiben die Gruppen mit maximal fünf Tauchern (plus Guide) überschaubar, so dass schlimmstes Rudeltauchen entfällt.

Das Tauchboot ankert grundsätzlich nicht. Als Hilfen gibt es neben einer Strömungsleine hinter dem Boot eine gewichtsbeschwerte Leine zum Abstieg. Die Tauchgänge werden grundsätzlich in einer Richtung am Riff entlang durchgeführt. Alle Tauchgänge sind unabhängig der Tiefe auf 45 Minuten limitiert oder werden in der Gruppe beendet, wenn der erste Taucher 50 Bar oder 700 psi anzeigt. Nach dem fast obligatorischen Sicherheitsstopp wird gemeinsam aufgetaucht. Die Guide setzt beim Auftauchen eine Boje, zu der dann das Boot kommt, um die Taucher abzuholen. Zweimal gab es Wartezeiten von rund zehn Minuten. Da im Freiwasser aufgetaucht wird und die Tarierungsfähigkeiten nicht bei jedem Taucher gleich gut sind, wurde hier kurzerhand noch die Regel festgelegt, beim Auftauchen immer knapp unter dem Guide zu bleiben.

Kurzum: Im ganzen Ablauf sind viele Dinge zu finden, die dem europäischen Bild des typisch US-amerikanischen Tauchens entsprechen. Lediglich die sonst häufigen sogenannten "Two-Tank-Dives" gibt es hier nicht. Man muss sich, will man hier tauchen, damit arrangieren und das Beste daraus machen. Es dürfte schwer sein, eine Basis zu finden, die eher den europäischen Gewohnheiten entspricht. Die amerikanischen Gäste sind hier nun mal in der Überzahl.

Preisgestaltung

Die Preisliste ist in US$ und mexikanischem Peso, bezahlt werden kann bar in beiden Währungen (wie in nahezu allen touristischen Bereichen Yucatans) oder per Kreditkarte. Alle Leistungen sind per Vorkasse zu bezahlen.
Ein Tauchgang mit kompletter Leihausrüstung kostete im September 2003 stolze 53 US$, bei eigener Ausrüstung reduziert sich der Preis auf 43 US$. Bereits ab sechs Tauchgängen gibt es brauchbare Pakete. Durch geschickte Paketwahl und Internetreservierung konnte ich diese Wucherpreise auf einen erträglichen Satz von 27 US$ pro Tauchgang drücken.

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