Cala Pada, Spanien, Ibiza

Zwischen dem drittgrößten Ort der Baleareninsel Ibiza, Santa Eulalia (auch: "Santa Eularia del Rio") und dem kleinen Örtchen Es Cana befindet sich eine Bucht namens Cala Pada. Am Strand in dieser Bucht betreibt das deutsche Paar Christina ("Tina", IDA-TL *) und Jochen ("Jogi", IDA-TL **) Theuerjahr seit 1987 eine Tauchbasis.

Diving Center Cala Pada

Direkt hinter dem Strandabschnitt liegt der weitläufige Hotelclub Magic Life Cala Pada, bei meinem Besuch gehörte das Hotel keiner Kette an und hieß einfach nur "Club Cala Pada". Wer es mag, findet somit ein optimales Zusammenspiel von Tauchbasis und Unterbringung ohne große Entfernungen.

Basis

Die Basis hat - wie auf Ibiza üblich - von ca. Anfang Mai bis ca. Ende Oktober Saison. Wer in "Randlage" bucht, ist gut beraten, vorher nach den genauen Öffnungszeiten zu fragen, um möglicherweise eine Enttäuschung zu vermeiden. Die Basis besteht neben dem kleinen Büro am Strand aus allem, was für die Zeit vor und nach dem Tauchen an Komfort vorstellbar ist: Eine gemütliche Sitzecke fürs Taucherlatein und Dekobier (eine Bar ist gleich nebenan), eine großzügige Freifläche im Naßbereich für den Zusammenbau und das spätere Reinigen des Gerödels, Süßwasserduschen am Strand direkt vor der Basis, Toiletten und einen ausreichend großen Raum für das mitgebrachte Equipment.

Organisation

Zweimal täglich werden Tauchausfahrten angeboten. Hierzu steht ein Holzkutter bereit, der genügend Platz für rund 10 Taucher bietet. Ferner verfügt die Basis über ein Schlauchboot, welches sich zum Zeitpunkt meines Besuches jedoch in Reparatur befand. Im wesentlichen, dies wird im folgenden gleich noch einmal verdeutlicht, steht eigenverantwortliches Tauchen im Vordergrund. Nachdem man sich in die aushängenden Listen eingetragen hat, trifft man sich morgens um 09:30 und mittags um 14:00 direkt an der Basis am Strand. Dabei geht es völlig unkompliziert zu: Wer sich vergessen hat einzutragen, wird - ausreichend Platz vorausgesetzt - auch dann noch mitgenommen, wenn er pünktlich zum Treffpunkt da ist. Eine gute halbe Stunde später geht es los.

Vor dem ersten Tauchgang bei Tina & Jogi steht die übliche Prozedur an: Check von Brevet, Logbuch und Attest. Ohne letztes wird niemand mitgenommen. Notfalls wird an einen Arzt vor Ort verwiesen. Ferner ist laut Info auf der Internet-Seite der Basis der Abschluss bzw. der Nachweis einer Versicherung (DAN o.ä.) Pflicht. So sinnvoll dies ist, kontrolliert wurde es dennoch nicht. Kontrolle ist ohnehin so eine Sache: Ich hatte nicht den Eindruck, dass gründlich ins Logbuch geschaut wurde. Ein Blick aufs Attest, ein Blick auf das halb im Logbuchumschlag steckende Brevet und einer auf die letzte Seite des Buches reichten.

Tauchgänge

Als Anfänger oder weniger erfahrender Taucher ist eine Begleitung durch einen Tauchlehrer oder Assistenten obligatorisch, hierfür wird kein Aufpreis berechnet. Diese Maßnahme ist aufgrund der Besonderheiten im Ablauf einer Tauchausfahrt (siehe unten) auch notwendig, damit Einsteiger interessante und sichere Tauchgänge durchführen können. Erfahrende Taucher werden ohne Checkdive alleine ins Wasser gelassen.

Zur verabredeten Zeit trifft man sich nun an der Basis, erhält wahlweise eine 10l oder 12l - Stahlflasche (DIN) und baut seine Ausrüstung zusammen. Leihausrüstung ist vorhanden. Nur soviel: Gästen, die sich Atemregler leihen, wird keine Chance gegeben, diese falsch zu behandeln: Das Gerät wird nur montiert ausgehändigt und auf dem Boot nach dem Tauchgang von einem Basismitarbeiter gleich zerlegt und separiert. Die üblichen Fehler, wie gründliches durch den Sand schleifen oder Ausspülen der geöffneten ersten Stufe, was so häufig auf anderen Tauchbasen zu sehen ist, ist hier zum Glück nicht möglich.

Komplett aufgerödelt geht es knappe 100 Meter über den Strand ins Wasser, hier liegt der Kutter bereit. An Bord wird die Ausrüstung zunächst abgelegt, da dies für die zwischen 10 bis 30 Minuten dauernden Ausfahrten einfach bequemer ist. An Bord gibt es das nötige Blei wahlweise lose für das Jacket oder den Taschengurt oder komplett mit Gurt. Vorhanden ist eine ausreichende Anzahl an Zweikilo- und Zweieinhalbkilostücken. Die übliche Notfallausrüstung wird zu jeder Ausfahrt mitgenommen.

Getaucht wird innerhalb der Nullzeit und mit einem Limit von 60 Minuten. Bei einer Ausfahrt gab Jogi mal zu verstehen, dass ihm erfahrende Taucher am liebsten seien - mit denen hätte man halt am wenigsten Arbeit, er müsse sie nur abladen und dann wieder aufsammeln...
Ohnehin: Seine brummelige Art ist sicher nicht jedermanns Sache.
Dies wird auch durch das Briefing unterstrichen. Wenn es etwas gibt, was an dieser Tauchbasis nicht so sehr überzeugt hat, dann ist es wohl das Briefing. Am Tauchplatz angekommen wurde erwartet, dass der Gast nunmehr mit seinem Tauchgang anfange. Eine Tauchplatzbeschreibung gab es nur auf ausdrückliche Nachfrage. Erfolgte ein Briefing, so beschränkte es sich meist auf ein grobes Deuten in eine Richtung auf dem Meer und dem Hinweis, dass diese Richtung eine sinnvoll Tauchrichtung sei oder eben nicht sei und man sich alles anschauen solle, nur sich die gezeigte Richtung eben nicht lohne.
Des weiteren war man auf sich selbst angewiesen. Dieses freie Tauchen ist ok, doch ein kleines bisschen mehr an Erläuterung hätte - gerade beim ersten Besuch eines Tauchplatzes - sicher zu einer leichteren Orientierung und Navigation beigetragen.

Preise

Die Preisberechnung geht dabei den umgekehrten Weg des sonst meist üblichen: Alle ausgewiesenen Preise sind Komplettpreise mit Flasche, Blei, Bootsfahrt und Ausrüstung. Für eigene Ausrüstung gibt es ebenso eine Rabattstaffel wie für mehrere Tauchgänge. Abgerechnet wird am Ende des letzten Tauchgangs, dabei wird genauso unkompliziert, wie alles andere organisiert ist, der günstigste Preis ermittelt. Die Buchung und Bezahlung von Paketen vorweg ist nicht nötig.

Wichtig erscheint mir hier der Hinweis, dass z.B. nur Barzahlung möglich ist und der nächste Geldautomat sich in Santa Eulalia (3 Kilometer entfernt) befindet.

Animation

Obwohl es sich bei der Tauchbasis um ein eigenständiges Unternehmen handelt, dass Räume des Magic Life Cala Pada angemietet hat, werden die Aktivitäten der Tauchbasis in das umfangreiche Animationsprogramm der angeschlossenen Anlage integriert. Das bedeutet: Zweimal wöchentlich wird Schnuppertauchen im bis zu maximal 1,70 Meter tiefen Hotelpool angeboten. Danach folgen - erwartungsgemäß - umfangreiche Informationen zur angebotenen Tauchausbildung.
Ausgebildet wird nach den Richtlinien von IDA. Im Club wird eine Kombination aus Grundtauchschein und "Basic"-Angebot "aktiv vermarktet". Dabei kann es schon mal sein, dass der wesentliche Hinweis über den Charakter dieses Scheines in der Menge der Informationen über die Ausbildung, die Tauchplätze und die Basis untergeht. Als Ergebnis gibt es ein Zertifikat, das nach Empfehlung des VDST zum begleiteten Tauchen mit einem Taucher auf **** - Niveau (bzw. tauchlehrer/-assistent) berechtigt. Eine Berechtigung zum eigenverantwortlichen Tauchen ist dies nicht (wobei hier nicht die Diskussion geführt werden soll, ab wann dies sinnvoll ist). Die Gruppengröße eines solchen Grundtauchkurses im viel zu flachen und kleinen Hotelpool erschien mir jedoch nicht angemessen (siehe Foto).

Konsequent ist es, wenn bei jedem ausgebildeten Taucher und für jeden Kursteilnehmer ein Attest verlangt wird. Fair ist es, den Schwimmbadteil für jedermann durchzuführen, aber vor dem ersten und einzigen inkludierten Tauchgang im Meer auf das Attest zu bestehen. Stellt der Arzt nichts aus, wird der Kurs nicht abgeschlossen und nicht berechnet. Problematisch wird es jedoch, wenn dazu an einen ortsansässigen Allgemeinmediziner verwiesen wird. Dieser berechnet für die Untersuchung rund 20 Euro und stellt, wie die Nachfrage eines Gastes ergab, auf Wunsch ein Attest für die deutsche Krankenkasse aus, in der dann irgendwas stehe, dass erstattungsfähig sei - Magenschmerzen, Erkältung oder ähnliches. Dies stellt keine Wertung der tauchsportärztlichen Qualifikation dar.

Fazit

Die Basis bietet ein freundliches, ansprechendes Ambiente. Die Basisbetreiber sind aufgeschlossen und jederzeit ansprechbar. Jogi mag das eine oder andere Mal etwas brummelig erscheinen. Der erfahrende Taucher ist auf der Basis gut aufgehoben und wird sicher interessante Tauchgänge erleben. Dabei wird er auch eine funktionierende Logistik vorfinden. Lediglich das Briefing ist ganz klar verbesserungswürdig.

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