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Fun Dive, Spanien, Teneriffa

 
Dieser Bericht aus August 2008 wurde ins Archiv verschoben.
Die Tauchbasis "Fun-Dive Teneriffa", die ich hier beschrieben habe, gibt es nicht mehr. Zwischenzeitlich gab es noch einen anderen Anbieter mit gleichem Namen auf Teneriffa. Ob es im Park Club Europe noch ein Tauchsportangebot gibt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Folgt man der Küstenlinie Teneriffas von Las Galletas bis nach Los Gigantes, so fallen mir ohne Mühe elf Tauchbasen ein, die sich hier niedergelassen haben. Diese Anzahl ist dabei mit Sicherheit nicht einmal vollständig. Die Tauchbasen darf man dabei in Bezug auf die meist kleinen und kleinsten Räumlichkeiten nicht den Megabetrieben am Roten Meer vergleichen. Trotz der hohen Angebotsdichte ist der Tauchsport auf Teneriffa etwas sehr individuelles.

Basiswahl

Eingefangen habe ich mir den Tauchvirus im Jahr 1997, als ich beim damaligen Eigentümer der Basis, Kurt Gruber, meinen Tauchschein machte. 2002 war ich dann erneut auf Teneriffa. Kurt Gruber verkaufte seine Basis 2005 an die jetzigen Betreiber. Nun, sechs Jahre nach meinem letzten Teneriffa-Besuch und drei Jahre nach dem Betreiberwechsel, nach Tauchurlauben in einer Vielzahl von Ländern und annähernd 20 Basen, die ich kennenlernte, war einfach mal wieder der Ort fällig, wo es angefangen hatte.

Die Kontaktaufnahme war einfach: Nach einer ersten Information über die Website der Basis schickte ich kurz eine Mail mit ein paar Fragen, die umgehend beantwortet wurden. Nein, ein Tauchpaket müsse nicht vorab gebucht werden. Komm einfach vorbei und wir planen die Tauchgänge. Geöffnet hat die Basis von Montag bis Samstag, am Sonntag ist Pause. Es kann schon sein, dass man zu den Öffnungszeiten mal vor verschlossener Tür steht, was daran liegt, dass alle Leute zum Tauchen unterwegs sind. Leider gibt es dann keinen Hinweis, wann wieder jemand zurück zu erwarten ist. Eine Infotafel am Eingang ist hier dringend anzuraten.

Als Quartier hatte ich mich erstmals nicht für ein Hotel entschlossen, dem die Basis direkt zugeordnet ist. Die Entscheidung war richtig: Der Park Club Europe, ein Hotel zum Preis eines 4,5-Sterne-Clubs mit den Leistungen eines 3-Sterne Hauses bietet nur noch „All Inklusive“ - Buchungen an. Auf den Kanaren mit einer hervorragenden Infrastruktur ist das völlig überflüssig. Die Basis selbst ist nicht nur über das Hotel erreichbar, sondern auch über einen zweiten Eingang von der Straßenseite, so dass das Angebot nicht nur den Hotelgästen zur Verfügung steht. Die Mehrheit der Taucher kam übrigens nicht aus dem Park Club Europe.

Kurzbeschreibung der Basis

Die Basis liegt auf halber Kellerhöhe des Clubs mit Zugang vom Hotel und von der Straße. Auf den ersten Blick wirkt das nicht sehr ansprechend, ist aber ein typisches Bild von Tauchbasen in dieser Region, in der viele Betreiber einen gewissen Hinterhofcharme kultiviert haben. Von den Möglichkeiten der Räumlichkeiten limitiert, haben die neuen Betreiber allerdings gründlich renoviert und die Tauchbasis sehr viel ansprechender gestaltet, als sie noch beim Vorgänger aussah. Maßgeblich dazu trägt ein Infostand im Hotelbereich bei, ein aufgeräumter Innenbereich mit Büro- und Shop-Ecke, der abgetrennte Nassraum und ein komplett neu gestalteter Außenbereich zur Straßenseite hin. Gemessen an Mitbewerbern, die eine Basis direkt in der Fußgängerzone am Strand betreiben, hat „Fun-Dive-Teneriffa“ vielleicht eine „B-Lage“, doch der erste Eindruck ist ansprechender als man anderes Angebot.

Organisation des Tauchbetriebs

Nach kurzer Anmeldung mit dem üblichen Logbuch- und Brevet-Check waren die Formalitäten schnell erledigt. Das Tauchpaket wurde gebucht und per Vorkasse bezahlt. Die Leihausrüstung, die ich zunächst nicht brauchte, machte eine optisch guten Eindruck. Meist gab es zwei Termine zum Tauchen: 10:00 Uhr und 14:00 Uhr. Die individuelle Tauchplanung wurde 2-3 Tage vorher abgesprochen und konnte auch - je nach Nachfrage und Tauchplatz - zu einer flexibleren Auslegung dieses Zeitgerüstes führen. Für ausgebildete Taucher stand an einigen Tagen mitunter eine der beiden Tauchzeit zur Verfügung, die zweite Tauchzeit war für Einsteiger und Schnuppertaucher reserviert.

Nitrox wird von der Basis übrigens nicht angeboten. Dies bieten nur sehr wenige Tauchbasen auf Teneriffa an, meist mit einem heftigen Aufschlag von 5-6,- Euro pro Füllung.

Super-Gau

Die meisten Tauchplätze, die auf der Website der Basis beschrieben sind, werden vom Boot aus erreicht. Eine große Werbegrafik vor der Basis amüsiert sich über andere Tauchbasen, die mit defekten Booten auf dem Meer festsitzen und nicht zum Tauchplatz kommen, während bei Fun-Dive-Teneriffa alles rund läuft. Tatsächlich verfügt die Basis über ein eigenes modernes Schlauchboot, das gegenüber dem Holzkutter des Vorgängers deutliche Vorteile bietet. Theoretisch zumindest. Praktisch sah es so aus, dass die spanischen Behörden wegen irgendwelcher Umstrukturierungen im Hafen von Los Cristianos und Gesetzesänderungen den Einsatz des Bootes zur Zeit nicht gestatten, heißt es seitens der Basis. Für eine Tauchbasis kommt so etwas einem Super-Gau bei der Ausübung des Geschäftes gleich. Leider gab es dazu im Vorfeld keine Informationen. So werden die Tauchgänge zur Zeit überwiegend von Land aus gemacht. Für mich hatte diese Situation jedoch sogar einen Vorteil: Ich lernte eine Reihe neuer Tauchplätze kennen, die ich 1997 und 2002 nicht betaucht hatte, weil damals fast ausschließlich vom Boot aus getaucht wurde. Die Bootsproblematik sollte sich bald wieder erledigt haben, hofft der Basisbetreiber. Bis dahin versucht die Basis - entsprechende Nachfrage vorausgesetzt - einmal in der Woche ein Boot zu chartern oder Gäste bei einer anderen befreundeten Basis mit Boot unterzubringen, um die Plätze anzufahren, die nur per Boot zu erreichen sind.

"Nicht preiswert, aber seinen Preis wert."

Ein markiger Werbespruch, der darauf hinweist, dass Fun-Dive-Teneriffa kein Discounter ist. So wird im Rahmen von PADIs "Discover Scuba Diving" -Programm (=Schnuppertauchen) ein geführter Tauchgang zu den Schildkröten Teneriffas angeboten. Der Platz, der auch für ausgebildete Taucher sehr interessant ist, liegt in einer Tiefe von rund zehn Metern und ist von Land aus zu erreichen. Eine nicht wirklich kurze Schwimmstrecke über und unter Wasser gehört aber dazu. Im Rahmen dieses DSD-Programms werden 79,- Euro fällig. Mitbewerber sind günstiger, bieten aber weniger Leistung. Im Laufe der Jahre habe ich für einen Tauchgang mit eigener Ausrüstung zwischen 16,- Euro und 35,- Euro bezahlt. Die Preise bei den Tauchbasen in Teneriffa liegen zwischen 20,- Euro und 39,- Euro pro Tauchgang (jeweils mit eigener Ausrüstung, ermittelt im Internet 08/2008).

Fazit

Auch nach dem Betreiberwechsel bleibt die Basis für mich eune gute auf Teneriffa, selbst wenn weiter entfernte Basen mit kostenlosen Abholangeboten zu locken versuchen. Kleinere Verbesserungen wie genauere Tauchplatzbeschreibungen bei Briefing (gute Karten sind vorhanden, werden aber nicht eingesetzt) und deutlichere Informationen darauf, wo sich die Hilfsausrüstung für (Tauch-)notfälle befindet, wie es andernorts inzwischen beim "Basis"-Briefing Standard ist, würden einen ansonsten guten Eindruck abrunden.

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